28. Jul.
2015

Aktuelles zum Brandschutz von WDVS

Hinweise zu anstehenden Zulassungsänderungen und brandschutztechnischen Maßnahmen bei der Ausführung von WDVS

Nach Medienberichten über Brandereignisse im Zusammenhang mit WDVS hat die Bauministerkonferenz 2012 eine von Herstellern unabhängige Expertengruppe damit beauftragt, den Brandschutz von WDVS kritisch zu prüfen. Nach Sammlung von Informationen über Brandereignisse durch die Feuerwehren wurde durch die Bauministerkonferenz festgestellt, dass fachgerecht nach den Vorgaben der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen verbaute WDVS gegenüber Raumbränden hinreichend sicher sind.

Bei der Analyse der Fälle wurde deutlich, dass die Häufigkeit einer Brandentstehung unmittelbar vor der Fassade in den letzten Jahren zugenommen hat. Als typische Brandlasten gelten insbesondere Abfallsammelbehälter. Dieses Szenario „Sockelbrand“ wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens im Auftrag der Bauministerkonferenz untersucht. Dabei wurden Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert, mit denen WDVS mit EPS-Dämmstoffen gegen dieses Brandrisiko besser geschützt werden können. Entsprechende Hinweise wurden zuletzt Ende Mai 2015 auf den Internetseiten des DIBt veröffentlicht. Sie werden voraussichtlich im Spätsommer 2015 zu einem einheitlichen Stichtag in die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen einfließen.

Der Fachverband WDVS empfiehlt seit Bekanntgabe der ersten DIBt-Hinweise, Kunden und Bauherren auf die sich abzeichnende Änderung der Zulassungssituation hinzuweisen und die Maßnahmen bei Systemen mit EPS-Dämmstoff bereits auf freiwilliger Basis zur Verbesserung des Brandschutzes umzusetzen.

WDVS IN DER NUTZUNGSPHASE

Für die Nutzungsphase eines WDVS vermerkt die Bauministerkonferenz in einem Merkblatt vom Juni 2015, dass die ordnungsgemäße Instandhaltung eines WDVS Voraussetzung sei für die Schutzwirkung einer Fassade im Fall einer Brandeinwirkung von innen oder außen. Sie empfiehlt die regelmäßige Kontrolle der gesamten Fassade auf Beschädigungen. Putzschäden bedürfen einer zeitnahen und fachgerechten Beseitigung, um die Schutzwirkung des Systems gegen Feuchtigkeit oder Brandeinwirkung zu gewährleisten. Der Fachverband WDVS empfiehlt bereits länger, mit dem ausführenden Fachhandwerker einen entsprechenden Inspektions- und Wartungsvertrag abzuschließen.

Bei der Lagerung von brennbaren Materialien (z. B. Brennholz) wird im Merkblatt der Bauministerkonferenz ein Mindestabstand von drei Metern zu Fassaden mit EPS-WDVS empfohlen. Bei der Aufstellung von Müllcontainern oder Mülltonnen aus Kunststoff direkt am Gebäude sollte eine geschlossene Einhausung aus nichtbrennbarem Material (z. B. aus Stahl oder Beton) vorgesehen werden.

WDVS IN DER BAUPHASE

Insbesondere mit Blick auf die energetische Sanierung von Gebäuden enthält das Merkblatt der Bauministerkonferenz schließlich Empfehlungen, wie die Sicherheit in der Bauphase ausreichend gewährleistet werden kann, weil WDVS ihre Schutzfunktion erst vollständig entfalten, wenn der Einbau entsprechend den technischen Regelungen fertiggestellt ist.

Für die Bauphase und Baustellensituation betont die Bauministerkonferenz daher die Verantwortung in Bezug auf den Brandschutz. Sie ist von den am Bau Beteiligten wahrzunehmen. Dies sind neben dem Bauherrn insbesondere der Unternehmer und ggf. der Bauleiter. Besonderes Augenmerk muss dem vorbeugenden Brandschutz und der Sicherheit der Rettungswege (Treppen und Anleiterstellen) gelten, wenn an genutzten Gebäuden nachträglich WDVS aufgebracht werden. Für Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 sowie für Sonderbauten empfehlen die Experten der Bauministerkonferenz, eigens für die Bauausführung der WDVS, einen in Brandschutzfragen erfahrenen Fachbauleiter zu bestellen.

KOMMUNIKATION DER NEUERUNGEN

Nachdem die Zulassungsänderungen und Empfehlungen feststehen, ist der Fachverband WDVS dabei, die Technische Systeminformation 6 entsprechend zu aktualisieren und zu ergänzen. Diese wird zudem zahlreiche Beispiele für typische Anwendungssituationen enthalten. Schulungen für Verbandsmitglieder sowie Fachhandwerker, Planer und Architekten sind ab Herbst geplant.

Die WDVS-Branche ist sich ihrer Verantwortung bewusst, insbesondere auch in Bezug auf den Brandschutz. Sie hat vor weit mehr als 10 Jahren aus eigener Initiative Forschungen und Verbesserungen des Brandschutzes betrieben und ist im Vorgriff auf die Änderungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für EPS-WDVS bereits dabei, die vom unabhängigen Forschungsprojekt der Bauministerkonferenz abgeleiteten Optimierungen umzusetzen, um den Brandschutz angesichts gestiegener Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden weiter zu optimieren.

Ratgeber und Rechner

Nutzen Sie unsere kostenlosen Ratgeber und prüfen Sie Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen an Ihrer Immobilie.

Modernisierungsrechner

Heizkosten-Check

Förderratgeber